Entwurf von 1901 für die Fassade der Synagoge in der Essenweinstraße.  (StadtAN C 20/V Nr. 2548)

Einrichtungen der jüdischen Gemeinde

Einrichtungen der jüdischen Gemeinde

Einrichtungen der jüdischen Gemeinde

Synagoge Essenweinstraße

Essenweinstraße 7

Synagoge Essenweinstaße

Essenweinstraße 7 (leere Fläche bei Tankstelle, Gedenkstein steht gegenüber auf der anderen Seite der Straße)

Die bereits seit 1860 bestehende, ab 1875 im Verein „Adas Israel“ organisierte Gruppe orthodoxer Juden und Jüdinnen in Nürnberg konnte am 5. September 1902 eine eigene Synagoge in der Essenweinstraße 7 eröffnen. Das nach Entwürfen des Nürnberger Architekturbüros Ochsenmeyer & Wissmüller errichtete Gemeindezentrum enthielt nicht nur einen Männerbetsaal mit einer dreiseitig umlaufenden Empore für die Frauen, sondern auch einen Vortragssaal, Räume für den Religionsunterricht, eine Bibliothek, eine Wohnung für den Rabbiner und im Keller ein rituelles Tauchbad (Mikwe).

Die historistische Fassade mit neoromanischen und neogotischen Stilelementen war von einer großen Rosette mit Davidstern in der Mitte sowie am Giebel mit den beiden Gesetzestafeln und der Inschrift „Adas Israel“ versehen. Der Platz zur Verlesung der Thora (Almemor) war zentral im Betsaal als eine Art kleiner Pavillon gestaltet. Als Rabbiner fungierte von 1909 bis 1939 Dr. Arnold Klein.

In der Pogromnacht am 9. November 1938 raubte die SA Bücher und Ritualgegenstände. Dann brannte sie das Gebäude unter Aufsicht der Nürnberger Feuerwehr nieder. Erst 1988, zum 50. Jahrestag der Pogromnacht, wurde vor Ort ein Gedenkstein enthüllt. (AS)

Innenansicht der  zerstörten Synagoge 1938 (A 47/I Nr. KS-24-8)

Literatur:

Alexander Schmidt / Bernd Windsheimer: Geschichte der Juden in Nürnberg, Nürnberg 2014, S. 38-41.

Barbara Eberhardt / Hans-Christof Haas / Cornelia Berger-Dittscheid: Nürnberg, in: Wolfgang Kraus / Berndt Hamm / Meier Schwarz (Hg.): Mehr als nur Steine. Synagogengedenkband Bayern, Band II Mittelfranken, Lindenberg im Allgäu 2010, S. 482-485.